23.09.2026 – Neues Selbsthypnose-Programm zur Unterstützung bei Migräne entwickelt
Eine Forschungsgruppe um die Université de Montréal hat ein strukturiertes Selbsthypnose-Programm für Menschen mit Migräne entwickelt. Das Programm trägt den Namen HYlaMI und wurde am 23. September 2026 in der Fachzeitschrift Brain Sciences vorgestellt. Ziel des Programms ist es, Selbsthypnose so aufzubereiten, dass Betroffene die Methode erlernen und anschließend eigenständig im Umgang mit ihren Beschwerden einsetzen können.
Die aktuelle Untersuchung war noch keine umfassende Wirksamkeitsstudie, sondern eine frühe Entwicklungs- und Akzeptanzstudie. 17 Erwachsene mit Migräne lernten das Programm kennen und absolvierten eine einzelne Hypnoseübung. Anschließend untersuchten die Forscher unter anderem, wie verständlich, praktikabel und akzeptabel das Konzept für die Teilnehmer war und welche kurzfristigen Veränderungen sich bei Entspannung, Angst und Schmerz zeigten.
Interessant ist vor allem der Ansatz, Hypnose nicht ausschließlich als Behandlung innerhalb einer therapeutischen Sitzung zu verstehen. Das Programm soll Betroffenen ermöglichen, hypnotische Techniken selbstständig anzuwenden und damit eine zusätzliche Möglichkeit zum Umgang mit wiederkehrenden Migränebeschwerden zu erhalten. Die Autoren betonen allerdings, dass weitere und größere klinische Untersuchungen notwendig sind, um die tatsächliche Wirksamkeit des vollständigen Programms zu beurteilen.
Die Veröffentlichung fügt sich in eine Reihe neuer Untersuchungen ein, die sich wieder verstärkt mit klinischer Hypnose beschäftigen. Auch Scientific Reports hat 2026 eine eigene Forschungssammlung zur klinischen Hypnose eingerichtet. Dort werden unter anderem Arbeiten zur Anwendung von Hypnose bei Stress, Angst, chronischen Schmerzen und Schlafproblemen gesammelt.